Gebhard van Wieren
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6. November 2025

Nachruf von Hartmut Abel

Wir haben von Herrn Hartmut Abel, freier Mitarbeiter der GN-Sportredaktion, einen Nachruf auf unseren verstorbenen Olympianer Gebhard von Wieren erhalten, den wir in Anerkennung seiner Verdienste an dieser Stelle gern veröffentlichen.


Gebhard van Wieren, ein besonderes Vorbild

Der Grafschafter Breitensport hat eine Persönlichkeit verloren, eine Persönlichkeit, die tiefe Spuren hinterlassen hat. Der beliebte Uelsener, fĂŒr den der Sport von Kindheit an Lebensbegleiter war, hat seinen letzten Kampf verloren.

Über den Fußball, die Trimm-Aktion und Judo hat er den Weg zum Ausdauersport gefunden, wobei der Langstreckenlauf eine besondere Bedeutung hatte. Im SV Olympia Uelsen hat er den Lauftreff eingerichtet. Mit seinen LĂ€uferinnen und LĂ€ufern hat er die spektakulĂ€ren Marathonveranstaltungen in Hamburg und Berlin besucht. Selbst die Teilnahme am New Yorker Marathonlauf hat er organisiert. Maßgeblicher Motor war er auch, den grenzĂŒberschreitenden PickmĂ€ijer-Lauf ĂŒber die Halbmarathonstrecke ins Leben zu rufen. Hier kreuzten sich unsere Wege Nach der Eröffnungsveranstaltung war ich fĂŒr die Berichterstattung der GN-Sportredaktion dabei. Gebhard versorgte mich regelmĂ€ĂŸig mit Hintergrundinformationen. Bezeichnend auch die Geste: er stand an der Ziellinie und klatschte die LĂ€uferinnen und LĂ€ufer ab.

Der begeisterte Alpinist, der Wanderungen in den Alpen, Patagonien, Chile und Argentinien machte, hat mehrfach seinen Erfahrungsschatz geteilt und Sportlerinnen, Sportler und Kollegen ĂŒber die Alpen von Oberstdorf nach Meran gefĂŒhrt. „Das wird fĂŒr mich von bleibender Erinnerung sein“, so eine bekannte LCN-Langstrecklerin.

Nachdem im MĂ€rz 2022 bei Gebhard van Wieren ein Tumor im Dickdarm diagnostiziert wurde, der drei Monate spĂ€ter auch die Leber angegriffen hatte, begann sein Kampf gegen die tĂŒckische Krankheit. 10-km-LĂ€ufe bis hin zum Halbmarathonlauf in Hamburg standen auf seinem Plan. Einen lang gehegten Wunsch erfĂŒllte er sich im Juli des vergangenen Jahres. Zwei Tage nach dem Abschluss einer Chemotherapie fuhr er nach SĂŒdtirol, um am Reschenseelauf teilzunehmen.

WĂ€hrend eines Kuraufenthaltes in Scheidegg Ende des vergangenen Jahres wurde der langjĂ€hrige Ausdauersportler darin bestĂ€tigt, dass Sport ein wichtiges therapeutisches Mittel im Kampf gegen den Krebs ist. Besonders durch seine Lauftreff-Gruppe hat er erfahren, dass er nicht allein ist, sondern durch den gemeinsam betriebenen Sport Menschen gefunden hat, die ihm inneren Halt, Mut und Zuversicht gaben. Andererseits bekrĂ€ftigte Gebhard van Wieren: „Ich möchte anderen Menschen, die ein gleiches Schicksal ertragen mĂŒssen, durch mein Vorbild Kraft und Mut geben und mit Gottes Hilfe die schwere Krankheit so lange zu ĂŒberstehen, wie es geht“.

Mit Gebhard van Wieren haben der SV Olympia Uelsen und der Grafschafter Sport eine tragende SĂ€ule verloren.

Hartmut Abel
(freier Mitarbeiter der GN-Sportredaktion; Grafschafter Leichtathletik)

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